












SUSTAIN
c/o Institut für Verfahrenstechnik
Inffeldgasse 25
A-8010 GRAZ Austria
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Überblick
Allgemeines
- Das Jahr 1995 war für den Verein vor allem ein Jahr der Reorganisation und Neuausrichtung. War der Verein in
den vergangenen Jahren insbesondere ein loser Verbund von Forschungsrichtungen, der die gemeinsame Betreuung
eines Forschungsprojektes und die Ausrichtung einer (sehr erfolgreichen) Tagungsreihe als Kernpunkte seiner Tätigkeit
aufwies, so entwickelte sich der Verein im Jahre 1995 zu einer straffen organisierten Einheit, die im Bereich der
Forschungsvorbereitung und Forschungsorganisation auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit auf nationaler und internationaler
Ebene tätig wurde. Diese Änderung ist einerseits durch die neuen Erfordernisse nach Beitritt Österreichs
zur Europäischen Union sowie durch die gesteigerte Bedeutung der Nachhaltigkeit in Forschung und Politik notwendig
geworden und wurde andererseits durch eine Grundsatzfinanzierung durch das BMWFK ermöglicht.
- Diese neue Vereinslinie wurde in der Generalversammlung vom 6.4.1995 in Wien beschlossen. Auf dieser Generalversammlung
wurde auch der Vorstand des Vereines neu gewählt und A.o.Univ.Prof. Dr. Manfred Deistler löste O.Univ.Prof. Dr.
Franz Moser in der Funktion des Obmannes ab.
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Interne Organisation
- Auf dieser Ebene ist insbesondere die Information der Vereinsmitglieder, die Verbreitung der Forschungsergebnisse des
Vereins und die Evidenthaltung der laufenden Forschung der Vereinsmitglieder zu nennen. Daneben sind auch noch Aufgaben
der Kontaktpflege nach innen mit nationalen Forschungspartnern und mit internationalen Forschungspartnern und
Forschungsinstitutionen zu nennen. Die Tätigkeiten sind durch die Einrichtung eines ständigen Vereinssekretariates
wesentlich erleichtert worden und konnten im Jahre 1995 sehr effizient gestaltet werden.
- Der internen Kommunikation diente insbesondere ein Klausurtreffen des Vereins am 31.8. und 1.9. 1995 in Mariazell. Hier
wurde ein neuer Weg beschritten, indem nationale und internationale Experten zu Gastreferaten eingeladen wurden, die speziellen
Themen von besonderem Interesse für die Forschung für Nachhaltigkeit gewidmet waren. Diese neue Form der Information hat
sich als besonders effizient erwiesen und soll daher weiterhin beibehalten werden. Es gelingt auf diese Weise, nationales und
internationales Know-how zu besonders wichtigen Fragen den Vereinsmitgliedern (und damit einer breiten
Forschungsöffentlichkeit) gezielt zugänglich zu machen.
- Als Vortragende waren bei dieser Klausur geladen:
| Vortragender | Thema |
| Prof. Dr. P. Baccini, Eidgen. Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz |
Biomassebewirtschaftung in urbanen Regionen (Argumente für eine Integration von Land- und Forstwirtschaft in
ein urbanes Netzwerk) |
| Dr. Hans van Weenen, Universität Amsterdam |
Technology Development for Sustainability |
| Sektionschef Univ. Prof. Dr. Reinhart Kögerler, BMfwA |
Technologiepolitik im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung in Österreich |
| Hofrat Dr. J. Schrottmaier, Bundesanstalt für Landtechnik | Die stoffliche Nutzung von Biomasse |
- Ebenfalls im Jahre 1995 wurde erstmals ein Informationsfolder des Vereins (in englischer Sprache) aufgelegt. Damit konnte
die Information über Ziele und Dienstleistungen des Vereins wesentlich breiter gestreut werden. Eine Reihe neuer nationaler und
internationaler Kontakte war das Ergebnis dieser Informationskampagne.
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Tagungsorganisation und Informationsverbreitung
- Wie auch in den bisherigen Jahren stellte die Organisation von Tagungen und Workshops, sowie die Verbreitung von Information
eine wesentliche Aufgabe des Vereins dar. Auch im Jahr 1995 wurde die erfolgreiche Tagungsreihe "Strategien für Nachhaltigkeit"
weitergeführt, und zwar mit der Tagung "Arbeit in einer nachhaltigen Wirtschaft" am 7. und 8. 2. 1995.
- An dieser Tagung nahmen in- und ausländische Experten zu wichtigen Fragen der Veränderung des Arbeitsvolumens,
des Arbeitsbildes und des Stellenwertes von Arbeit in einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Gesellschaft Stellung. Die Ergebnisse
dieser Tagung wurden in einem Tagungsband zusammengefaßt.
- Mit diesem Tagungsband liegen nun 13 Tagungsbände aus der Reihe "Strategien für Nachhaltigkeit" auf. Daneben wurde
auch der Forschungsbericht "Forschungs- und Entwicklungsbedarf für den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise
in Österreich" neu aufgelegt. Sowohl nach diesem Forschungsbericht als auch nach den Tagungsbänden besteht
große Nachfrage und der Verein bemüht sich, auf dieser Schiene qualitativ hochwertige Information über Probleme
nachhaltiger Entwicklung einem interessierten Publikum zugänglich zu machen, wobei etwa 200 Forschungsberichte
und 400 Tagungsbände im Berichtszeitraum versandt wurden.
- Gemäß der Änderung in der Aufgabenstellung des Vereins wurden in verstärktem Maß schärfer
fokussierte Arbeitstreffen veranstaltet, die den Zielen des Vereins im Bereich der Forschungsvorbereitung und
Forschungsorganisation angepaßt waren. So wurde am 6. und 7. 3. 1995 in Eugendorf bei Salzburg ein Workshop zur Vorbereitung
mehrerer Projekte im 4. Rahmenprogramm der EU (Umwelt und Klima) abgehalten. Von den drei dort konkret behandelten Projekten
wurden in weiterer Folge zwei durch die EU gefördert! Diese neue Aufgabenstellung der Forschungsorganisation wird der
Verein auch künftig in verstärktem Ausmaß wahrnehmen und versuchen, durch die Organisation von vorbereitenden
Workshops zur Projekterstellung seine Hilfe auf diesem Gebiet anzubieten.
- In den Bereich der Forschungsvorbereitung fällt ein anderer vom Verein veranstalteter Workshop mit dem Titel
"Nachhaltigkeitsbezogene vs. Technologieforschung". Hier wurden am 18.12.1995 Wissenschaftler und Experten der
österreichischen Förderinstitutionen zu einem Brainstorming über Möglichkeiten der Förderung nachhaltiger
Forschung gebeten, das einen längerfristigen Denkprozeß über mögliche neuartige Förderinstrumente und
Organisationsformen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsforschung einleiten sollte.
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Nationale Forschungsvorbereitung und Forschungsorganisation
- In dieses Tätigkeitsfeld des Vereines fallen Beratungsarbeit für die Verwaltung (insbesondere das BMWFK) und
strategische Planungs- und Organisationsarbeit im Bereich der Forschung für Nachhaltigkeit. Der Verein versuchte hier im
Berichtszeitraum sowohl durch fokussierte Workshops (siehe vorangegangenen Abschnitt) als auch durch direkte
Expertentätigkeit seine Aufgabe zu erfüllen. So wurde im Auftrag des BMWFK ein "Leitfaden zur Projektbeurteilung
nach dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit" erstellt. Gerade bei der Erstellung dieses Leitfadens (die unter großem terminlichen
Druck erfolgte) konnte der Verein seine Fähigkeit beweisen, innerhalb kurzer Zeit ein interdisziplinäres Team zu stellen,
das eine komplexe Fragestellung effizient behandeln kann.
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Forschungsvorbereitung und Forschungsorganisation auf europäischer Ebene
- Dieser Aufgabenbereich ist im Jahre 1995 ebenfalls von großer Bedeutung für die Vereinsarbeit gewesen. Auch auf diesem
Gebiet bot der Verein sowohl gezielte Workshops zur Projektvorbereitung als auch Expertenwissen an. Gerade hier ist wegen
der oft sehr kurzen "Vorwarn"zeiten die Möglichkeit, rasch und effizient interdisziplinäre Probleme zu lösen, von
entscheidender Bedeutung. Durch die breite Streuung der Mitglieder des Vereines ist SUSTAIN hier in einer besonders
guten Lage.
- Die Palette der Vereinsaktivitäten reichte hier von den erwähnten Projektvorbereitungs-Workshops bis zu
ad-hoc Stellungnahmen in der Gestaltungsphase des 5. EU-Rahmenprogrammes. Besondere Bedeutung kommt dabei der
Mitarbeit des Vereins im Rahmen der Fachkommission zu, wo SUSTAIN einerseits seine Expertise zur Verfügung stellen
kann, und andererseits eine Informationsdrehscheibe zwischen den österreichischen Delegierten bei den
entsprechenden Forschungsgremien der EU und der nationalen Forschungsgemeinschaft darstellt.
- In dieser Eigenschaft wurde der Verein auch beauftragt, für die Fachkommission grundlegende Strategiepapiere in den
Bereichen "Sozioökonomische Forschung" und "Umwelttechnologien" zu verfassen. Ebenfalls in diesem Zusammenhang
ist der Auftrag an den Verein zur Erstellung einer Arbeitsgrundlage "Nachhaltigkeitsforschung in Österreich" zu sehen.
Ziel dieser Arbeitsgrundlage ist die Zusammenfassung und Darstellung der Nachhaltigkeitsforschung in Österreich zum
Zwecke der Information von Forschungspartnern auf europäischer Ebene.
- Im Rahmen dieses Tätigkeitsfeldes wurden vom Verein auch Kontakte zu wichtigen internationalen Kooperationspartner
geknüpft, darunter dem Joint Research Centre / Institute for Prospective Studies in Sevilla und dem International Institute
for Sustainable Development (IISD) in Winnipeg, Canada.
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Eigene Forschungsarbeit
- Ein Forschungsverein kann nur dann florieren, wenn seine Mitglieder in ständigem wissenschaftlichen
Kontakt miteinander stehen. Dies kann nur durch die gemeinsame Bearbeitung von wissenschaftlichen Projekten
gewährleistet sein.
- Neben den bereits beschriebenen gemeinsamen Forschungsaktivitäten (etwa dem "Leitfaden zur
Projektbeurteilung nach dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit") wurde durch den Verein insbesondere das Gebiet
der Indikatoren für nachhaltige Entwicklung wissenschaftlich bearbeitet. Ein entsprechendes Projekt des
Wirtschaftsministeriums wurde durch eine Arbeitsgruppe des Vereins abgeschlossen. Ziel des Projektes war der
Vergleich der Leistungsfähigkeit verschiedener Indikatorsysteme in Zusammenhang mit der Objektivierung der
EMAS -Verordnung.
- Neben diesen Projekten war das Jahr 1995 vor allem ein Jahr der Vorbereitung von gemeinsamen Forschungsvorhaben.
Hier wurden Projekte in zwei Richtungen vorbereitet:
- "Vom Umweltschutz zum nachhaltigen Wirtschaften" (Die Verknüpfung der Stoffflußanalyse mit
Nachhaltigkeitsindikatoren und wirtschaftlichen Kerngrößen).
- Projektvorschlag zum Modul SU4: "Evaluierung von Regionalentwicklungs- und landschaftsbezogenen
Förderungsprogrammen"
- Beide Projekte sollen im Jahre 1997 zur Realisierung gebracht werden.
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Zusammenfassung
- Das Berichtsjahr 1995 war für den Verein ein Jahr wesentlicher Neuorientierung. Der Verein hat sich von einer reinen
Forschergemeinschaft zu einer straffen Einheit entwickelt, die ihre Tätigkeit insbesondere in den Bereich der
Forschungsorganisation und Forschungsvorbereitung sowohl national als auch auf europäischer Ebene
ausgeweitet hat. Diese deutliche Aktivitätssteigerung des Vereins ist durch eine Basisfinanzierung seitens des
BMWFK möglich geworden.
- Der geänderten Schwerpunktsetzung entsprechend war das Jahr 1995 ein Jahr der intensiven Vorbereitung.
Viele der in diesem Zeitraum begonnenen Aktivitäten sind als Keim für spätere Entwicklungen zu sehen.
- Trotz dieser Belastung durch vorbereitende Tätigkeiten sind die Resultate in allen Aktivitätsbereichen beachtlich.
Das Wichtigste ist jedoch, daß sich SUSTAIN als ein wesentliches Forum für die Belange der Nachhaltigkeit etablieren konnte
und seine Basis an Mitgliedern sowohl in fachlicher als auch in quantitativer Hinsicht verbreitern konnte. Ende 1995 hatte der
Verein 41 Mitglieder aus 35 Forschungsinstitutionen. Er ist damit zu einem wesentlichen Faktor zur Beschleunigung des
Überganges zu einer nachhaltigen Entwicklung in Österreich geworden.
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