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Tätigkeitsbericht 1996


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SUSTAIN
c/o Institut für Verfahrenstechnik
Inffeldgasse 25
A-8010 GRAZ
Austria

Überblick


Allgemeines

  • Nachdem das Vorjahr für den Verein der Vorbereitung von eigener Forschung und Koordination von Forschung durch Partnerinstitute gewidmet war, hat sich das Jahr 1996 durch Erteilung konkreter Forschungsaufträge an den Verein ausgezeichnet. Darüberhinaus wurde zur internen Information wieder eine Klausurtagung und mehrere kleine Treffen eines „Inneren Kreises" veranstaltet, der die Richtung der Vereinsarbeit vorgab. Es wurden auch zwei Tagungen abgehalten, um neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsforschung einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

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Klausurtagung

  • Die Klausurtagung des Vereins fand am 1. und 2. Februar 1996 auf Burg Schlaining im Burgenland statt.
  • Als internationale Vortragende waren eingeladen:
    • Herr Dr. Rainer de Man, Niederlande
      „Organisatorische Aspekte des Stoffstrommanagements"
    • Dr. M. Erhart, Europäische Kommission
      „EU - Agrarpolitik und Nachhaltigkeit"
  • An der Klausurtagung nahmen 25 Personen, darunter einerseits Vereinsmitglieder aber auch Vertreter der BMWVK und BMLF, teil.
  • Im Rahmen einer ausgiebigen Diskussion wurde das geplante Forschungsprojekt des Vereins „Vom Umweltschutz zum nachhaltigen Wirtschaften" diskutiert, die weitere Ausarbeitung des Projektantrages auf Mitglieder verteilt und eine konzertierte Vorgangsweise beschlossen.

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Eigene Forschungsprojekte

    Arbeitsgrundlage nachhaltige Entwicklung in Österreich

    • Der Verein war vom BMWVK beauftragt worden, eine „Arbeitsgrundlage nachhaltige Entwicklung in Österreich" zu erstellen.
    • Ziel des Projektes war die Erstellung einer Arbeitsunterlage, die die österreichische Forschung für Nachhaltigkeit in ihrer Ausrichtung und bezüglich der handelnden Akteure zusammenfaßt. Diese Arbeitsunterlage hatte folgende Zielvorgaben:
      • österreichische Vertreter bei der Europäischen Kommission umfassend zu informieren
      • die Europäische Kommission über Zielrichtung und Kapazität österreichischer Forschung auf diesem Gebiet zu unterrichten
      • potentielle europäische Partner auf der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten mit Österreich zu unterstützen
    • Diese Arbeitsunterlage wurde in englischer und deutscher Sprache erarbeitet. Sie gliedert sich in zwei Teile:
      1. Zusammenfassung der Forschungsrichtung und Motivenbericht
        In diesem Teil wird eine Analyse der österreichischen Forschung für Nachhaltigkeit gegeben. Sie umfaßt einerseits die Motive und Ziele der öffentlichen Hand in diesem Bereich, soweit sie relevant für Forschung für Nachhaltigkeit sind (NUP, Kulturlandschaftsforschung, BBK, Länder- und Regionalinitiativen), andererseits die thematischen Schwerpunkte der österreichischen Forschung für Nachhaltigkeit.
        Dieser Teil gibt eine umfassende Übersicht über Zielsetzungen und Randbedingungen der Forschung auf diesem Sektor in Österreich.
      2. Daten der Forschung für Nachhaltigkeit in Österreich
        Dieser Teil befaßt sich insbesondere mit laufenden Projekten, aktiven Forschungsinstitutionen und deren europäischen und internationalen Kooperationspartnern. Ziel dieser Datenzusammenfassung ist es, präsumptiven Kooperationspartnern eine Hilfe bei der Suche nach Angelpunkten für supranationale Zusammenarbeit zu bieten. Dabei wurden Projekte erfaßt, die in den letzten 5 Jahren abgeschlossen wurden bzw. zur Zeit der Berichtsverfassung bearbeitet wurden.

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    Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe

    • Der Verein wurde weiters vom BMWVK mit der Erarbeitung einer Studie „Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe" beauftragt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Tätigkeitsberichtes befindet sich diese Studie in der Endphase.
    • Zur Erarbeitung dieser Studie wurden 2 Mitarbeiter auf Basis einer Forschungsbeihilfe beschäftigt, die zunächst in umfangreichen Recherchen Forschungseinrichtungen und Firmen in ganz Österreich ausfindig machten, die auf diesem Gebiet Leistungen erbringen. Insbesondere wurde ein Fragebogen versandt, dessen Auswertung eine Übersicht über Ansätze zur stofflichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen in Forschung, technologischer Entwicklung und praktischer Anwendung ergeben sollte. Auch die Entwicklungsstufe des jeweiligen Ansatzes und dessen technologisches Potential, aber auch die zur Umsetzung notwendige Organisationsform, wird erhoben.

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    Sozioökonomische Umweltforschung in Österreich

    • Im Rahmen des Netzwerkes Umweltforschung in Österreich, eine Initiative des BMWVK, übernahm im Oktober 1996 der Verein den Bereich Internationalisierung - sozi - ökonomische Umweltforschung. Das Projekt läuft über 3 Jahre und wird in Kooperation mit dem Institut für Umwelt und Wirtschaft der WU Wien durchgeführt und umfaßte zunächst die Erstellung einer Broschüre, in der die sozio-ökonomische Umweltforschung in Österreich in all ihren Facetten inhaltlich und organisatorisch umfassend dargestellt wurde. Diese Broschüre wurde vom BMWV Anfang 1997 herausgegeben.
    • Das Vorhaben baut auf den Vorarbeiten im Rahmen des Projektes "Arbeitsgrundlage: Nachhaltigkeitsforschung in Österreich" auf. Im Rahmen dieser Vorarbeiten wurde ein Katalog der relevanten Forschungsinstitutionen, der in diesem Gebiet beschäftigten Forscher und der wichtigsten laufenden oder bereits abgeschlossenen Forschungsvorhaben erstellt. Gleichzeitig wurde das so erhobene Datenmaterial zum Zugriff über Internet aufbereitet.
    • Eine kritische Analyse der Daten und eine statistische Auswertung der Zielbereiche und der erwünschten Kooperationen, die aus der umfangreichen Umfrage (mit mehr als 300 Zieladressen, bei einer Rücklaufrate von mehr als 30%) hervorging, erlaubte eine erste Abschätzung der Motivation und Zielrichtung der Forschung auf dem Gebiet der sozioökonomischen Umweltforschung in Österreich. Weiters wurden im Rahmen dieser Vorarbeiten Workshops mit Fokus-Gruppen von Forschern abgehalten, die insbesondere der Konkretisierung von Forschungsgebieten im Bereich sozioökonomischer Umweltforschung (als Hilfestellung und Vorbereitung zur österreichischen Stellungnahme für das 5. Rahmenprogramm der EU) sowie zur Identifikation drängender Forschungsfragen auf diesem Gebiet (zur Anbahnung koordinierter nationaler und internationaler Forschungsprojekte) dienten.
    • Aufbauend auf diesen Vorarbeiten hat das Projekt die Koordination und Internationalisierung der sozioökonomischen Forschung im Rahmen der Arbeit des Netzwerkes Umweltforschung übernommen. Diese Aufgabe umfaßt folgende Aktivitäten:
      • Die Identifikation wichtiger Forschungsfelder und die Koordination der Forschung in diesen Feldern. Dazu sollen Workshops mit entsprechenden Fachleuten organisiert werden, die einerseits konkrete Forschungsthemen erarbeiten und andererseits notwendige Kooperationen in- und ausländischer Forschungsinstitutionen aufzeigen. Neben der Organisation und Auswertung dieser Workshops ist die Koordination bis zur Antragstellung konkreter Forschungsprojekte sowie die Unterstützung bei der Antragstellung und Kooperationspartnersuche, insbesondere auf europäischer Ebene, Aufgabe des vorgeschlagenen Vorhabens.
      • Aufbau und Erhaltung einer Informationsdrehscheibe für laufende Projekte. Die Information zwischen verschiedenen Projekten auf nationaler und internationaler Ebene ist ein wichtiger Beitrag zum Erfolg der wissenschaftlichen Entwicklung auf dem gesamten Gebiet sozioökonomischer Umweltforschung. Damit kann einerseits Mehrgleisigkeit verhindert werden und andererseits der Einsatz der Forschungsmittel effektiver gestaltet werden. Diese Koordination soll die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Forscher im europäischen Kontext verbessern.
      • Unterstützung und Information nationaler Vertreter bei der Europäischen Kommission in Bereichen der sozioökonomischen Umweltforschung. Dabei soll die Ausformulierung von forschungspolitischen Strategien sowie die Definition eines eigenständigen österreichischen Forschungsweges im europäischen Kontext unterstützt werden. Darüber hinaus soll Expertise für Forschungsfragen auf diesem Gebiet sowie auf dem angrenzenden Gebiet der umweltpolitischen Forschung zum Zwecke der internationalen Forschungskooperation zur Verfügung gehalten werden.
      • Vorbereitung von internationalen Tagungen. Dies soll insbesondere vor dem Hintergrund der österreichischen Präsidentschaft in der EU im Jahre 1998 erfolgen. Aus diesem Anlaß soll durch internationale Veranstaltungen auf die besondere Bedeutung Österreichs für die nachhaltige Entwicklung Europas hingewiesen werden.
    • Diese Aktivitäten werden sowohl für den Bereich sozioökonomische Umweltforschung als auch für den Bereich umweltpolitische Forschung durch das Projektteam wahrgenommen.

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    Implementierung der sozio - ökonomischen Umweltforschung in das 5. Rahmenprogramm der EU

    • Über Ersuchen des BMWVK wurde ein Diskussionsprozess zur Implementierung der sozioökonomischen Umweltforschung im 5. Rahmenprogramm der EU in Gang gesetzt. Dazu wurde ein Klausurworkshop vom 9.-10. Jänner 1996 in Reichenau / Rax veranstaltet. 15 Wissenschaftler aus Österreich waren der Einladung durch SUSTAIN gefolgt, und es wurde ein gemeinsames Papier erarbeitet, das den österreichischen Beamten, die die Möglichkeit haben, den Inhalt des 5. Rahmenprogramms zu beeinflussen, bei dieser Aufgabe Unterstützung bieten sollte.

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    Agenda 21

    • SUSTAIN hat gegen Ende 1996 begonnen, sich nach Besprechungen im BMUJF mit der Implementierung der Agenda 21 (Rio-Konferenz) in Österreich auseinanderzusetzen. Das BMUJF hatte Interesse gezeigt, die Redaktion des nationalen österreichischen Berichts an die Sondergeneralversammlung der Vereinten Nationen als Auftrag dem Verein SUSTAIN zu übertragen. SUSTAIN stellte ein einschlägiges Offert, und bekam im Jänner 1997 den Zuschlag.

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    Förderung von nachhaltigkeitsorientierten Projekten

    • Im Zuge der Weiterführung der Diskussion um die Förderung von Nachhaltigkeitsorientierten Projekten in Österreich veranstaltete SUSTAIN am 5.9. 1996 einen weiteren Workshop an der TU Wien. Diese Diskussion wurde ebenfalls auf Wunsch des BMWVK, aber natürlich auch im Interesse des Vereins, geführt, und führte zu einem Strategiepapier, das dem BMWVK im Herbst übermittelt werden konnte.

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Tagungen
    High-Tech and Sustainability

    • SUSTAIN hatte es sich zur Aufgabe gemacht, auch mit den Tagungen eine größere Internationalität anzustreben. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Slovak Cleaner Production Centre die Tagung „High-Tech and Sustainability" in Bratislava durchgeführt. Die Tagung verzeichnete über 30 Teilnehmer. In dankenswerter Weise wurde sie vom BMUJF finanziell unterstützt. Ein Teil der Kosten konnte auch durch Mittel aus der Basisfinanzierung und Teilnehmergebühren abgedeckt werden.

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    Geld oder Leben

    • Eine zweite Tagung zum Thema „Geld oder Leben" wurde am 3. und 4. Dezember in Schloß Stein, Stmk. abgehalten. Diese Tagung wurde in Zusammenarbeit mit dem OIKODROM organisiert. Das Thema einer nachhaltigen Ökonomie rief großes Interesse hervor, und die Tagung kann als voller Erfolg bezeichnet werden.

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Generalversammlung
  • Im Anschluß an die Tagung in Bratislava wurde die Generalversammlung des Vereins abgehalten. Dem Vorstand wurde die Entlastung erteilt. Neuwahlen waren nicht durchzuführen.

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Zusammenfassung
  • Das Jahr 1996 stellt sich für den Verein als Jahr der Konsolidierung, und der erfolgreichen Positionierung in der österreichischen Forschungslandschaft dar. SUSTAIN hat nicht nur nationale und internationale Tagungen organisiert, sondern auch durch großangelegte Forschungsprojekte, die mit zahlreichen intensiven Kontakten zu Wissenschaftlern und Firmen verbunden waren, weiter an Bekanntheit und Ansehen gewonnen.
  • Diese Position des Vereins, der in Österreich für Forschung auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit eine nicht mehr zu vernachlässigende Größe darstellt, gilt es auch in Zukunft auszubauen.
  • Durch die angestrebte Basisfinanzierung erscheint der weitere Erfolg, der maßgeblich auf der Möglichkeit basiert, durch ein fixes Sekretariat eine kontinuierliche Arbeit aufrecht zu erhalten, gesichert. Darüberhinausgehende Finanzierung wurde projektbezogen eingeworben.

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Copyright © 1997 SUSTAIN. Erstellt: 24.02.1997
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